Donnerstag, 6. Juli 2017

Kinorezensionen 1. Halbjahr 2017

Weniger Konzerte dieses Jahr, aber dafür endlich mal umgesetzt, was ich schon länger im Hinterkopf hatte, nämlich öfters ins Kino zu gehen. Das ist mit einer Flaterate in Form der "Unlimited Card" inzwischen möglich und macht total Spaß. Meine nachfolgenden Rezensionen wurden mit jedem Monat etwas ausführlicher. Heute habe ich mit einem großartigen Politikthriller ("Die Erfindung der Wahrheit") das zweite Halbjahr eingeläutet. Hier aber erst mal die von mir gesehenen Streifen der ersten sechs Monate:

Februar 2017:

25.02.2017 – A Cure For Wellness – 5/10 Guter Anfang, leider insgesamt zu lang und ein schwachsinniges Ende

März 2017:

11.03.2017 – LOGAN – The Wolverine (Teil 3/letzter Teil/Marvel) - 5/10 Action mit erstaunlich vielen derben Gewaltszenen, teils gar nicht notwendig, aber alles auch banal unblutig.

12.03.2017 – Timm Thaler – und das verkaufte Lachen (Neuverfilmung 2017) – 6/10 – Sehr unterhaltsam – für Sohnemann aber zu spannend gewesen.

15.03.2017 – KONG – Skull Island – 7/10 Ohne gesteigerte Erwartungshaltung sehr gut unterhalten worden (Actionkino wie es sein soll).

17.03.2017 – PASSENGERS – Sci/Fi – 6/10 – Toller spannender Anfang. Der Film hat sich wie Arrival viel Zeit genommen. Zum Ende hin wurde es aber hektisch und eher na ja. Trotzdem gut.

22.03.2017 – John Wick: Kapitel 2 – 4/10 – Totales Actionkino Geballer. Da war nicht mal Polizei. Es wurde von Anfang bis Ende einfach nur gekämpft und rumgeballert (ca 140 kills). Nicht ganz schlecht, aber über die Zeit einfach zu langweilig.

24.03.2017 – Bibi & Tina 4 – 2/10 – Rassistisch, wie die Teile zuvor – wenn auch ungewollt (?!) - Detlef Buck was ist das für ein Mensch? Ich gucks mir ganz gerne an und Sohnemann fand es super. Es wurde wieder viel gesungen, aber geflüchtete Syrer, ein albanisches Ausreißermädchen, welches vor ihrer Familie flieht, um nicht zwangsverheiratet zu werden UND eine Gesangstruppe aus Mali auf der Durchreise, das war in dem dargestellten Kontext einfach zu viel. Zum Glück der letzte Teil.

29.03.2017 – LIFE – 5/10 – Weltraum-Alien-Schocker. Zuvor die Vorschau von Alien 2017 gesehen und das sah schon cooler aus. Dieser Streifen war aber auch okay und es sind vorhersehbar wenigstens alle gestorben und das Alien hat es am Ende auf die Erde geschafft. Ich bin ja inzwischen zu weich für solche Filme, aber Großbildleinwand ist das alles sehr cool im Weltraum.

April 2017:

04.04.2017 LOMMBOCK – 6,5/10 – Endlich mal eine (deutsche) Komödie nach all der Action die letzten Wochen. An den ersten Teil Lammbock von vor genau zwanzig Jahren kann ich mich null erinnern, aber der Film heute war gut und es gab viel zu lachen, ohne das es in Klamauk o.ä abgedriftet ist. Moritz Bleibtreu mag ich immer noch, aber sein Kollege war auch super. Ein lustiger Kinospaß und etwas nachdenklich hat er mich auch gemacht.

05.04.2017 – GHOST IN THE SHELL (3D) – 6/10 – Es wäre eine viel höhere Punktzahl gewesen, wenn dem Film nicht nach der Hälfte die Luft ausgegangen wäre. Dann war es einfach nur noch Actionkino das mich zu sehr an die Terminator Wiederverfilmung von vor ein paar Jahren erinnert hat. Großartiges Cyberpunk Kino (obwohl ich die Comcis überhaupt nicht kenne), aber dann auch alles wieder so vorhersehbar. Spaß hat es trotzdem gemacht, mit vier anderen Menschen nachmittags um 3 in einem riesigen Kino zu sitzen. Ich frag mich schon immer, wer noch eine unlimited card hat. Bislang noch niemanden wiedererkannt.

07.04.2017 – Die versunkene Stadt Z – 6,5/10 – In KinoKino (BR) wurde der Film verrissen und ich wollte ihn mir schon fast nicht ansehen. Zum Glück habe ich es doch getan. Die 140 Minuten wurden absolut nicht langweilig, haben meine Erwartungen übertroffen und es war dann doch etwas anders, als es sich für mich im Trailer dargestellt hat. Das fand ich gut, fühlte mich bis zum Schluss gut unterhalten und war überrascht – auch davon, dass das Kino zu 2/3 gefüllt war.

26.04.2017 – GOLD – 7,5/10 – Total unterhaltsam. Zwei Stunden hat der Hauptdarsteller durchgeraucht und Whiskey getrunken, da wurde mir schon ganz schwummerig. Ein schweres Erbe (väterlicherseits) lastete auf den goldsuchenden Hauptdarsteller, der in Indonesien nach einer Maleriaerkrankung praktisch mit dem letzten Cent in der Tasche fündig und an der Börse reich wurde. Einige Wendungen machten den Film auf seiner Länge spannend und das Happy End ging ebenfalls klar. Tolles Achtziger Feeling.

Mai 2017:

03.05.2017 – Fast & Furious 8 – 6/10 – Actionkino wie es hätte nicht besser sein können. Kann mich an keinen der vorherigen Teile erinnern, aber man hatte trotzdem das Gefühl, man kennt die Bande, äh Familie, schon ewig. Die totale Materialschlacht und irgendwie wie James Bond mit hübschen Menschen. Die wiederum waren großteils schdwarz und das ist doch schon mal ein Fortschritt. Als ich aus dem Kino kam, ging es vor der Tür im real life weiter. Überfall mit Schusswaffengebrauch auf einen Geldtransporter der Deutschen Bank Filiale neben dem Kino. Da hab ich dann doch noch einen ordentlichen Schrecken bekommen.

17.05.2017 – Get Out – 8/10 – Psychothriller oder gar Horror? Oder nur Thriller mit einigen brutalen Szenen gegen Ende des Films? Insgesamt wohl doch eher ein Film in dem es um Rassismus geht. Es passieren unheimliche Sachen. Ein Film, der viel vermuten lässt, aber die Auflösung ist zu gleichen Teilen tragisch, brachial, aber leider auch etwas aufgesetzt. Die Atmosphäre, die der Film davor hatte, wird damit etwas zerstört. Hatte aber insgesamt was Lynch-artiges, das ich mochte. Die Witze waren mir zu platt, aber sie waren wichtig, weil mir der Film sonst zu anstrengend (Psycho-Horror-Thriller) gewesen wäre.

18.05.2017 – Einsamkeit und Sex und Mitleid – 9/10 – Ich glaube, ich habe zuletzt zu hohe Punktzahlen vergeben. Der Film war in jedem Fall eine gelungene Abwechslung zu den ganzen Hollywood Streifen die ich mir die letzten Monate angesehen habe, fesselnd und unterhaltsam. Habe schon etwig keine nackten Busen mehr in einem Kinofilm gesehen, also definitiv zu viele amerikansche Movies angeschaut.
Einige Episoden waren total klasse, andere mir (viel) zu überzeichnet und zu plakativ. Gibt es das heute überhaupt noch, dass sich da ein junter Mann selbst geißelt nachdem er onnaiert hat? Ich dachte das würde der Vergangenheit angehören. Süddeutschland, Katholiken, Sekte, keinen Plan? Die rassistischen Ausfälle von dem Bullen gar nicht mal so weit ab von der Realität. Wir aus der happy Family kriegen das in der Regel gar nicht mit. Die Frauen in dem Film haben mir besser gefallen in ihren Rollen in dem Film. Anschließend meckern ist bestimmt auch ein Stück weit gewollt. Sehenswert.

19.05.2017 – Guardians of the Galaxy 2 – 8/10 – 3D hat sich in diesem Fall mal so richtig gelohnt. Auch wenn da sicher noch mehr geht, war die eine oder andere Szene schon richtig cool. Insgesamt eine Steigerung zum ersten Teil. Ich habe viel gelacht, wenn auch nicht so oft wie ein paar andere im Saal. Perfektes Popcorn Kino und auf die Länge nicht langweilig geworden. Die Charaktere wachsen mir ans Herz, auch wenn Grood mich mitunter auch schon zu nerven anfängt. Aber das ist jammern auf hohem Niveau. Der Streifen macht mit seinem Witz und der vielen Action einfach Spaß.

Juni 2017:

02.06.2017 – Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vorbei sagt man – 5/10 – Ich muss die Vergabe von Punkten mal etwas runter schrauben, denn sonst lande ich zu schnell in den oberen Regionen und wenn wirklich mal ein Meisterwerk dabei ist, dann kann ich das nicht mehr ausreichend würdigen. Dieser Streifen war okay. Ein moderner Teenie-Film und ich fragte mich einen Moment, ob nicht langsam zu alt dafür bin. Es hätte aber schlimmer kommen können und ab der Mitte gewann der Film sogar noch etwas an Fahrt. Alles konnte aber nicht über das doch etwas plötzliche und traurige Ende hinweg täuschen.

07.06.2017 – King Arthur – 8,5/10 – 3D – Auch dieser Film hat in 3D Sinn gemacht und hatte nur wenige Hänger. Allein der Anfang erinnerte mich an die James Bond Filme. 15 Minuten pure Action. Dachte ja, dass ich keine Mantel und Degen Filme mag, aber Guy Ritchie hat das gut gemacht. Passt natürlich auch gerade, wo alle auf die neue GOT-Staffel warten und Eric Bana, der bei King Arthur auch mitspielt, haut noch zusätzlich in die Kerbe. So muss Kino sein. Bin sehr zufrieden aus dem Kino gegangen.

13.06.2017 – Die Mumie – 3,5/10 – 3D – Vielleicht von der Punktzahl etwas zu hart, aber wie zu erwarten war die Neuauflage der bereits mehrfach verfilmten Vorlage, in diesem Fall mit Tom Cruise und Russel Crowe, doch eher unnötig und keinesfalls sehenswert. Mir kam mit den vielen Zombies die Verfilmung eines John Sinclair Heftes in den Sinn. Da passt auch Tom Cruise gut ins Bild. Der wiederum zeigt seinen nackten Oberkörper und ist extrem gut in Schuss. Vielleicht auch eine Bewerbung für den nächsten Batman oder einen anderen Marvel Comic?! Zum Glück hatte der Film keine Überlänge und war somit noch erträglich. Auch der ein oder andere Wortwitz kam sogar bei mir an.

19.06.2017 – Pirates of the Caribbean (5) – Salazars Rache – 4,5/10 – 3D – Vorab: Es ist der erste Film den ich mir aus dieser Serie angesehen habe und ohne Javier Bardem hätte es noch einen halben Punkt weniger gegeben. Insgesamt unterhaltsam, aber zu lang. Auffällig ist, dass es kaum noch Filme unter 100 Minuten im Kino zu sehen gibt gerade, was nicht immer gut für den jeweiligen Streifen ist. Johny Depp geht mir relativ schnell auf den Zeiger was auch der Grund war, warum ich mir bislang nichts aus dieser Serie angeschaut hatte. Aber: Der Film erfüllt seinen Zweck. Gutes Popcorn-Kino nur, wie zuvor bereits gesagt, mindestens eine halbe Stunde zu lang.

24.06.2017 – BAYWATCH – 5,5/10 – Erstaunlicher Weise spielte der Film nur die erste halbe Stunde am Strand und anschließend im Umfeld des Hafens, aber eben nicht auf dem Wasser. War das früher in der Serie auch so? Ich fand den Film gar nicht so schlecht und er hatte ein paar Lacher. Manche gut andere weniger. Vielleicht lag es am Tag (Samstag) oder an der Uhrzeit (6pm), aber das Kino war deutlich voller als bei vielen anderen Filmen die ich dieses Jahr gesehen habe. Die Story belanglos (Drogen am Strand/Immobilienhaiin eignet sich die Filetobjekte am Strand an), aber der Unterhaltungswert war durchaus befriedigend, das hatte ich tatsächlich schlimmer erwartet. Ich bin aber auch definitiv nicht Zielgruppe gewesen, obwohl sowohl David Hasselhoff als auch Pamela Anderson ihren verdienten Auftritt hatten.

29.06.2017 – WONDER WOMAN – 7/10 – 3D - Es fällt mir schwer, hier eine Punktzahl zu vergeben. Der erste Part auf der Amazoneninsel und anschließend in London bekommt von mir 10 Punkte. Die zweite Hälfte fand ich, ohne ins Detail gehen zu wollen, etwas mau und dafür, dass der Film ohnehin etwas zu lang geraten ist, wurde es dann gegen Ende wieder mal zu hektisch. Der klassische Marvel Endkampf war aber wieder super. Insgesamt ein sehr guter Film mit einer perfekten Hauptdarstellerin. Endlich mal eine Frau die sich von den Männern nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, ausschließlich ihren Kopf durchsetzt, stark und clever ist. Sehenswert!