Freitag, 31. August 2012

Bier(fest)

Der Streifen ist schon von 2006:

Laut ZDF steht es allerdings nicht so gut um das deutsche Brauereigewerbe:

Teil 1:


Teil 2:

Maintain + Make An Effort, Heideblütenfest 25.08.2012

Nachdem ich mir tags zuvor schon die Hörner in Hemsbünde abgestoßen hatte und tagsüber eine spitzen Fahrradtour durch die blühende Heide gemacht habe (siehe vorherige Posts), ging es abends auf das Heideblütenfest. Die letzten Jahre gepflegt durch Abwesenheit geschwänzt gab es heute einen Anlass, der es mir leicht machte, in die Stadt zu laufen. MAINTAIN spielten im Biergarten zusammen mit MAKE AN EFFORT. Maintain mochte ich ja schon immer. Es muss auch schon wieder mindestens 10 Jahre her sein, dass ich die Jungs zum ersten Mal live gesehen habe. Nicht unbedingt meine bevorzugte Musik, aber eine ehrliche Bande mit liebe zur Musik und nie langweilig. Insbesondere den Sänger find ich sehr symphatisch, der mir zu meiner Verwunderung erzählte, dass es die erste Show seit zwei Jahren war und u.a. Besetzungswechsel zu der Pause führten. Umso besser, dass MAINTAIN nicht aufgelöst, sondern nur pausiert haben und nun wieder mit zwei neuen Leuten das Feld von unten aufräumen. Ich bin da jetzt nicht im Thema, aber ich hatte schon den Eindruck, dass sie sich über Jahre Hinweg einen guten Ruf mit vielen Konzerten vor immer mehr Leuten in immer größere Hallen erspielt hatten.
Eröffnet haben MAKE AN EFFORT, die in die gleiche Kerbe schlugen. Der Biergarten war gut gefüllt und am Sound gabs nichts zu meckern. Konnte ich doch mal live erleben, wie so Metal-Core getanzt wird (sic!). Im Anschluss dann MAINTAIN. Hat gefetzt, auch wenn ich altersbedingt fast keine Leute mehr kannte. Wie es sich angehört hat, kann man sich hier angucken:

MAINTAIN:

MAKE AN EFFORT:

Im Anschluss dann noch einen gepflegten Boxenstopp in der Kneipe eingelegt und festgestellt, dass Heidegeist nicht mehr in Gläsern, sondern nur noch flaschenweise (!) ausgeschenkt wird:






Super Abend, spitzen Wochenende und nach ein paar Stunden schlaf ging es dann auch schon wieder ab zum Bahnhof gen Berlin. Somit den Umzug bewusst verpasst hehe.
Bei der Gelegenheit noch die besten Grüße und Respekt an Moshpit, der das Konzert im Biergarten perfekt aufgezogen hat. Kann man nicht besser machen und es gibt hoffentlich eine Wiederholung.

Donnerstag, 30. August 2012

Lüneburger Heide (25.08.2012)

Nach der spitzen Geburtstagsparty inkl. Konzert (siehe vorherigen Post), hab ich mich erst mal ausgeschlafen und es ruhig angehen lassen. TV im Wintergarten bei den Eltern, ein tolles Mittagessen mit anschl. Mittagsschlaf. Was kann es schöneres geben. Klar da geht noch was, ein Fahrradausflug durch die Heide. Die blüht in diesem Jahr einfach unglaublich schön und das flächendeckende Lila ist einfach toll anzusehen. Meine Mama hat mir für die Tour mal ihr neues E-Bike ausgliehen. Die sind echt genial; das tritt sich wie von selbst und mitunter ziehen die spürbar an, so dass Erhöhungen (von Bergen kann man in der Lüneburger Heide ja nun nicht gerade sprechen) nicht das geringste Problem darstellen. Das Wetter war so gut, dass man sogar den Wilseder Berg sehen konnte. Hier mal einige Fotos:


Am Horizont sieht man den Wilseder Berg :-)
Hier noch ein paar Videos. Da ich ja mit dem Speed-E-Bike unterwegs war, entsprechend mit "Fahrtwind" unterlegt haha.
...und weils so schön ist:



Mittwoch, 29. August 2012

Punkerparty in Hemsbünde (24.08.2012) mit Bug Attack!, Always Wanted War + Social Chaos

Mensch, wie lange war ich nicht mehr in der Punker WG in Hemsbünde und was hab ich mich auf meine alten Kumpels und Weggefährten gefreut. Anlass für den Besuch war die Geburtstagsfeier von Louie, der auch gleich noch ein paar Bands organisiert hat, die ich zwar alle nicht kannte, ich mir aber sicher war, dass sie Qualitäten haben, denn ich bin von den Bands, die ich dort gesehen habe, noch nie enttäuscht worden. Die Anreise von Berlin gestaltete sich stressfrei (die gesamte Tour in unter drei Stunden, da kann man nicht meckern). In der Heide dann bei einem Kumpel eingestiegen, der allerdings am Samstag schon früh wieder hoch musste und deswegen nicht lange bleiben konnte. Aus diesem Grunde hatte ich mir schon im Vorwege ein Taxi für morgens um zwei Uhr bestellt, damit die Abreise unkompliziert vonstattengeht und ich nicht Gefahr laufe, dort komplett zu versacken, denn das Wochenende war ja noch lang und samstags stand schon das nächste Konzert auf dem Zettel.
Das Wetter war gut und so konnte die Geschichte im Freien stattfinden. Die Bands spielten in der Garage, der sowieso Proberaum für die diversen Projekte der Mitbewohner/innen ist (aktuell HATE DISPENSER; Death Metal mit deutschen Texten!).
Nach der Begrüßung des Geburtstageskindes ordentlich Klönschnack mit den Jungs gehalten und mit Einbruch der Dunkelheit ging es dann auch schon los mit BUG ATTACK! aus Cuxhaven. Eine Ein-Mann-Rakete, der einfach mal eine ordentliche Dose äh Dosis Punk ausgerotzt hat. Einfach Spitze, ich muss den Mann nach Berlin einladen.
Kurz darauf gings weiter mit den Jungs von ALWAYS WANTED WAR aus Rendsburg. Keinen Plan, warum ich von denen bislang och noch nix jehört hatte. Ich bin jetzt wohl schon zu lange wech aus dem Bremer/Hamburger Umfeld und viele Bands von dort spielen einfach nicht in Berlin oder ich kriege das nicht mit oder wie auch immer. Ebenfalls sehr nette Jungs (wer hätte auch was anderes von Louis Leuten gedacht), die bei mir eine volle Punktzahl landeten. Am Schlagzeug ein ordentliches "Tier", der immer voll raufhaut und der Sänger schreit sich um Kopf und Kragen. Klasse! Muss mir unbedingt mal was für den Player ziehen.

Zum Abschluss gab es dann einen gepflegten Abriss von den Crust-Punkers SOCIAL CHAOS aus Sao Paulo/Brasilien. Das muss man sich mal vorstellen, wir hängen alle auf ner Geburtstagsparty aufm Dorf ab und dann kommen mal eben ein paar Brasilianer um die Ecke, man lässt nach dem Konzert den Hut rumgehen und alle sind glücklich und zufrieden, sitzen beim Bierchen zusammen und man unterhält sich. Spitze. SOCIAL CHAOS sind schon länger auf Tour und sehen noch recht fit aus. Am 08.09.12 sind sie wieder in der Kopi zu sehen.

Die Videos sind leider alle viel zu dunkel, aber da war einfach nicht mehr zu machen. Für nen Eindruck reicht es aber allemal. Nach dem Konzert haben wir noch ´ne Zeit bei Loui im Zimmer mit den Bands abgehangen oder draußen verzweifelt versucht, die Biervorräte zu tilgen. Wie sich das für eine gepflegte Heide-Party gehört, war das natürlich nicht möglich hehe.
Was für ein schöner Abend. Dafür nehm ich die Anreise jederzeit wieder gerne auf mich. Schön, zu sehen, dass sich die Jungs nicht verändert haben und sich nicht unterkriegen lassen. Ich komme wieder!!!


Dienstag, 28. August 2012

Sonntagskaraoke im Mauerpark (inkl. Heiratsantrag)

Neulich mal wieder im Mauerpark gewesen und zwar an einem Sonntag. Eigentlich meiden wir den Mauerpark am Wochenende schon seit Jahren. Viel zu viel Menschen und Scherben. Für Mensch und Tier nur Stress. Vor wenigen Jahren konnte man dort noch richtig schön abhängen, aber seit der Park in jedem Reiseführer (vermutlich weltweit) steht, drücken sich im Mauerpark am Wochenende in Verbindung mit dem Flohmarkt nebenan nur noch die Menschenmassen. Alle zwei Wochen ist dann auch noch der Ire Joe Hatchiban mit seiner Karaoke am Start und das Amphietheater ist bis auf den letzten Platz besetzt. Unser Besuch aus Portugal war nun also der Anlass, diese touristische Attraktion vorzuführen und ich dachte, ich traue meinen Augen nicht, als ich und alle anderen vor Ort dem Heiratsantrag einer Frau an ihren Liebsten beiwohnen durfte. Das kannte ich bislang nur aus den Trash-Sendungen im Privatfernsehen. Eine Schnulze vom Band und ein Antrag in aller Öffentlichkeit. Ich war mehr geschockt als gerührt und als ich meinen Blick so durch die Runde schweifen ließ, war es eigentlich auch kein Wunder, dass ich auch eine etwas professionelle Kamera ausmachen konnte. Die ganze Geschichte gibt es dann also demnächst bei RTLII (sic!). Na ja, ich will mich nicht beschweren; immer was los hier. 
 

20th Century Fox Flute Edition

Was haben wir die letzten Tage gelacht und das Video immer und immer wieder geguckt. Einfach zu geil...

Dinosaur Jr. - Watch The Corners


Montag, 27. August 2012

Chaostage 10.-14.10.2012 in Karlsruhe


Zurück in Berlin

Da ist man mal für ein paar Tage nicht in der Stadt und schon verschiebt sich die Flughafeneröffnung in Schönefeld auf nunmehr Frühjahr 2014 (also zwei Jahre nach dem ursprünglichen Termin!), werden Jugendliche durch Messerangriffe schwer verletzt, brennen die Kisten in Prenzlauer Berg wieder und ich verpasse nicht nur die Fuckparade sondern auch "Anstalt" (ex GenocideSS) in der Kastanie. Als wenn das noch nicht genug wäre: Hertha gewinnt und Union verliert. Wenigstens Babelsberg wartet mit keiner Überraschung auf und verliert erneut. Auch wenn es überhaupt nicht witzig ist, musste ich trotzdem bei folgender News schmunzeln: Die neun bei einer Schießerei am Freitag am Empire State Building in NY verletzten Passanten sind alle von Polizeikugeln getroffen worden. Die beiden Polizisten schossen insgesamt 16 Mal. Was für eine verrückte Welt. Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Dienstag, 21. August 2012

STAR Lager Beer (Ghana)

Am Sonntag hatte ich die Gelegenheit, mir ein STAR Lager Beer aus Ghana zu kaufen. Unglaubliche 625 ml fasst die Flasche und liegt damit gut in der Hand. Eisgekühlt ist in diesem Fall Pflicht und Erinnerungen an den Ghana-Urlaub wurden wach. Ich hätt mal wieder Lust auf das Labadi Beach Hotel in Accra...



Nachbarschaft

In unserem Nachbarhaus ist ständig Alarm. Alle Nase lang steht der Krankenwagen/Notarzt/Feuerwehr vor der Tür. Steht hoffentlich nicht im Zusammenhang mit der Pizzabude im Erdgeschoss haha...

Skateboard Contest Bürgerpark Pankow (18.08.2012)

Gar nicht mal so weit weg der Bürgerpark Pankow; nur ca. 15 Min. mit der Straßenbahn und es ist echt sehr schön dort mit vielen schattigen Plätzen, viel Grünflächen und die Panke zieht sich durch den Park. Am Spielplatz liegt die Skaterbahn, wo ein von Outreach organisierter Skate-Contest stattgefunden hat. Es wurde ein wenig Geld zum Erhalt und zur Erweitung des Skate-Parks gesammelt. Am Start waren junge Skater bis ins Teenageralter, die ihre Tricks vor einer Jury präsentiert haben. Der Moderator war cool und hat die Jungs (und ein Mädchen) immer wieder ermutigt, so dass die Stimmung gut war. Insgesamt hatten wir den Eindruck, dass skaten ein positiver Sport ist, ohne nerviges Konkurrenzgebalze und schneller, höher und weiter Generve. Hat Spaß gemacht! Wir kommen wieder.



Videos:




Montag, 20. August 2012

Der perfekte Sonntag

Was war das wieder für ein ereignisreiches Wochenende. Samstag waren wir auf einem Skateboard-Contest im Bürgerpark Pankow und abends bin ich in die Kopi aufs Konzert, wo ich zwei von drei Bands versabbelt habe. Sonntag gab es im Rahmen des Tag der offenen Tür im BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) am Potsdamer Platz ein ordentliches Kulturprogramm, u.a. mit Musik und Tanz aus Indien und Sri Lanka. Eine besondere Freude war es, den Botschafter Sri Lankas kennenlernen zu dürfen, der sich auch für ein Foto zusammen mit unserem Youngster zur Verfügung gestellt hat (Klasse!!!). Nach dem obligatorischen Spielplatzaufenthalt ging es dann noch mit dem Moped ab an die Spree zum grillen. Ein perfekter Tag.


Family Man + Government Flu (25.08.12; Kastanienkeller/Berlin)

Am Samstag die letzte Show von Family Man in Berlin (snief...) zusammen mit Government Flu aus Warschau:

Berlin Style - Vol. V

Erst auf den zweiten Blick habe ich dieses Schild im Mauerpark wahrgenommen:


Mittwoch, 15. August 2012

Karl Otto

Karl Otto (hinten links) heute mit der ganzen Rasselbande auf Ausflug in Brandenburg. Er steht natürlich ganz dicht bei seiner Freundin Polly :-))




Red Lights

Wenn es etwas gibt, was ich in diesem Leben nicht mehr verstehen werde, dann ist es die Annahme, man könnte nicht alleine ins Kino gehen. Ich gehe zwar nicht oft, aber schon immer gerne auch mal ohne Begleitung. Inzwischen muss ich ja nicht mal mehr ins Auto springen, sondern hab mir um 20.00 Uhr die Schlappen übergezogen und ein paar Minuten später bereits mein Ticket für "Red Lights", einen Mystery-Thriller mit Robert De Niro, Cillian Murphy und Sigourney Weaver zu lösen. Am Kinotag ist das auch gar nicht mal so teuer mit Euro 5,80. Die Frau hinter der Kasse sagte mir, dass das Kino leer ist, weil alle Prometheus und Batman (the dark knight rises) gucken. Den Zuschlag für die Loge kann ich mir also sparen und habe freie Sitzplatzwahl (ganz alleine war ich dann aber doch nicht).

In dem Film geht es darum, dass Cillian Murphy (super!) und Sigourney Weaver angebliche Magier als Scharlatane entlarven. Das ist recht unterhaltsam und das Tempo steigert sich zunehmend, als Robert De Niro die Bildfläche betritt. Sigourney Weaver rät davon ab, sich mit ihm anzulegen, aber Cillian Murphy will ihn unbedingt überführen. Über weite Teile sehr spannend, aber zum Ende haut der Plot nicht wirklich hin.
Kann man gucken, muss man aber nicht. Für Fans von Cillian Murphy und Robert Di Niro allerdings Pflichtprogramm, denn beide sind in Höchstform.

Mehr Infos und den Trailer gibt es hier:
http://www.kino-zeit.de/filme/red-lights



Dienstag, 14. August 2012

Anwohnerinitiative

Krass. Das Video hätte man vielleicht eher von den jungen Hipster Familien in Prenzlauer Berg erwartet. Aber nein, Hannover Linden setzt sich gegen Lautstärke und Sachbeschädigung zur Wehr:

Samstag, 11. August 2012

1992

Ich habe auf unserem Sommerurlaub in der Lüneburger Heide mal wieder in meinen alten Kartons und Schachteln gewühlt. Neben diversen bedruckten und von mir beschrifteten Eintrittskarten für das Jahr 1992 fand ich auch ein kleines Tagebuch. In diesem habe ich nur wenige persönliche Einträge vorgefunden, aber wenigstens alle von mir besuchten Partys und Konzerte. 38 Konzerte in einem Jahr. Wow! Neben den diversen Proben in Hamburg bin ich manchmal drei bis vier mal in der Woche nach Hamburg gefahren. Aber das interessante sind eigentlich die Bands die ich gesehen habe; teilweise drei Tage am Stück Konzert und immer wieder Hamburg-Schneverdingen und zurück. Der Highlight des Jahres 1992 war ganz klar MANO NEGRA. Ein unglaublich intensives Konzert und damals einer meiner absoluten Lieblingsscheiben. Im Anschluss haben sich Mano Negra aufgelöst und Manu Chao hat seine Solokarriere gestartet. Nie wieder waren sie so gut. Seine ganz eigene Show hatte zum Ende des Jahres das Konzert von HI JACK und TIM DOG in der Markthalle. Wie eigentlich immer war ich zu früh da, weil ich mich als Dorfi bis heute nicht daran gewöhnen will, dass in der Stadt vor 22.00 Uhr nichts passiert. In diesem Fall war es so, dass gefühlt über "viele Stunden" überhaupt nichts passiert ist. Nachdem die Vorgruppe bereits gespielt hatte und nach Mitternacht nicht absehbar war, ob und wann Tim Dog die Bühne betritt, spielte ich bereits mit dem Gedanken, die Heimreise anzutreten, als jemand auf die Bühne kam und verkündete, dass Tim Dog gerade mit einigen Mädels im Hotel eingtroffen sei. Da niemand Anzeichen machte den Saal zu verlassen, hielt ich ebenfalls aus und als er dann eine halbe Schachtel Fluppen später endlich auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr. Das bis heute mit Abstand absolut beste Rap-Konzert! In gefühlten 35 Minuten hat Tim Dog die Hits runter geprügelt und ich bin abgegangen wie Schmitz Katze. Damals haben wir zu Rap-Konzerten auch noch vor der Bühne gepogt und die Hamburger Szene war teils mit der Punkszene verflochten und es gab nicht nur blödes Armgeschwenke von wegen HipHopHooray. Mitten in der Nacht bin ich absolut glücklich in die Heide gefahren. Ein Wahnsinn mit ordentlich Gänsehaut. 
Auf sehr viel mehr politische Korrektheit wurde auf dem Konzert von Yuppicide in der Roten Flora geachtet. Wie immer gings spät los und als die Säcke dann endlich irgendwann unten im Keller (!!!) gespielt haben, wurde nach kurzer Zeit der Strom abgestellt, weil einer von Yuppicide auf seiner Guitarre einen Aufkleber mit einer barbusigen Frau hatte. Das Konzert ist in den letzten zwanzig Jahren immer wieder Thema in Interviews mit Yuppicide gewesen und ich kann mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie ich das damals persönlich empfunden habe. Vermutlich als nicht weiter schlimm, da ich 1993 den Stellenwert von Yuppicide, wie von so vielen weitern Ami-Bands die heute abgefeiert werden, nicht einschätzen konnte. Der nächste Hammer in 1992 war das Beastie Boys Konzert. Mehr aus Langeweile bin ich mit Dörte kurzentschlossen nach Hamburg gedüst und wir waren überrascht von der langen Schlange, die bis unten auf die Straße reichte. Als dann irgendwann ein Typ von der Markthalle zwei Leuten hinter mir sagte, dass ab hier Schluss und die Bude ausverkauft ist und keiner mehr rein kommt, hab ich mich zwar gefreut, aber eigentlich bis dahin nur darüber, dass das bisherige anstehen nicht für die Katz war. Zwei Stunden später hätte ich den Typen knutschen können, denn die Show der Beastie Boys war, wie schon das Konzert von Mano Negra, in Sachen Entertainment nicht mehr zu überbieten. Die haben sich ständig an den Instrumenten abgewechselt, spielten die ganzen Hits und die Songs der damals aktuellen Platte waren zwar anders als die der Licensed zu Ill, aber bekanntlich sooo endlos geil, dass ich auf der Rückfahrt gar nicht fassen konnte, was da eigentlich gerade passiert ist und ich durch "Zufall" eines der geilsten Konzerte meines Lebens gesehen habe. Aber da waren ja noch viele andere Konzerte, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Ich werde den Post in Kürze hier noch entsprechend ergänzen. Creamers waren unglaublich intensiv, Stiff Little Fingers einfach nur langweilig, das Konzert von Mr. T. Experience im Schneverdinger Bahnhof kurzfristig angesetzt mit Telefonkette wie bei den Drei Fragezeichen (jeder ruft drei Leute an die er kennt; es gab ja noch keine Mobilfunktelefone), das Millerntor Festival in der Markthalle, Pennywise in der oberen Etage der Markthalle, Blumen am Arsch der Hölle in der Fabrik, die grottenschlechte Playback-Show von Ministry im Docks und das einfach faszinierende Konzert von Sonic Youth. Was für ein Jahr und erstaunlich, wie viele Bands auch zwanzig Jahre später noch nicht aufhören können. Ich bin gespannt, ob ich bei zukünftigen Besuchen bei meinen Eltern auch noch andere Jahrgänge ergänzen bestenfalls, wie den Jahrgang 1992, meinen Konzertkalender vervollständigen kann.


1992

00.00.1992 LEMONHEADS & Birdy Num Nums Grosse Freiheit Hamburg

03.02.1992 MANO NEGRA Docks Hamburg

27.03.1992 HI JACK + GUNSHOT Markthalle Hamburg

03.04.1992 Big Balls ??? Celle

04.04.1992 Freedom Beginns + Don Chauvi Riebe/Bahnhof Schneverd.

06.04.1992 Spermbirds Fabrik Hamburg

07.04.1992 Yuppicide Rote Flora Hamburg

10.04.1992 Millerntor Roar – Festival Markthalle Hamburg

11.04.1992 AC/DC – Revival-Band FZB Schneverd.

15.04.1992 SEPULTURA Docks Hamburg

16.04.1992 Abba-Revival-Band Große Freiheit Hamburg

25.04.1992 SAM u.a. Riebe/Bahnhof Schneverd.

08.05.1992 NO FX Markthalle Hamburg

17.05.1992 Stiff Little Fingers Markthalle Hamburg

30.05.1992 Achim Reichel Höpen Schneverd.

08.06.1992 Mr. T. Experience Endstation Schneverd.

22.06.1992 Zero Boys Fabrik Hamburg

23.06.1992 BEASTIE BOYS Markthalle Hamburg

01.07.1992 Chumbawamba Fabrik Hamburg

05.07.1992 Hell No + Decline Rote Flora Hamburg

13.07.1992 Alloy + Mr. T. Experience Störte Hamburg

07.09.1992 Creamers, Alice Donut, u.a. Fabrik Hamburg

14.09.1992 Pennywise + ...but alive Markthalle Hamburg

15.09.1992 Combat Shock Maquee Hamburg

30.09.1992 Blumen am Arsch der Hölle, u.a. Fabrik Hamburg

11.10.1992 SNFU Fabrik Hamburg

12.10.1992 Militant Mothers Marquee Hamburg

14.10.1992 Jawbreaker Störte Hamburg

17.10.1992 HASS, Toxoplasma + Combat Shock FZB Schneverd.

30.10.1992 WIZO + ...but alive Marquee Hamburg

01.11.1992 MINISTRY Docks Hamburg

12.11.1992 Boo-Yaa-T.R.I.B.E. Docks Hamburg

13.11.1992 Storemage, u.a. Juze Walsrode

18.11.1992 SONIC YOUTH Docks Hamburg

20.11.1992 Sevonaurs + Waterhouse Welcome Hützel

11.12.1992 ??? FZB Schneverd.

12.12.1992 Nazis Raus Benefiz-Festival mit Slime Markthalle Hamburg
...but alive, Emils, Anarchist Academy

21.12.1992 HI JACK ü TIM DOG Markthalle Hamburg

Freitag, 10. August 2012

Anger Management

                                                                       Oi!

Bonne Maman - Caramel Brotaufstrich

Elternzeit ist schon super, aber wenn die Lag auch noch Urlaub und der Lütte den KiGa aufräumt, dann kann einem schönen Einkaufsbummel nichts im Wege stehen. Ich liebe es, in der Galeria Kaufhof in der obersten Etage im Restaurant am Fenster zu sitzen und von oben das Treiben auf dem Alexanderplatz zu beobachten. Die Menschen sind ganz klein und wuseln alle durcheinander. Der Hit ist im EG die Lebensmittelabteilung. Man kann da kaum an sich halten. Dieses Mal haben wir uns u.a. für einen Caramel Brotaufstrich aus Frankreich entschieden. Gesamtzuckergehalt: 73 g je 100 g. Das Zeug ist schlimmer als Cola und schmeckt einfach nur wahnsinnig gut. Ich liebe Caramel, da kommt keine Schokolade (na ja, die von Cadbury vielleicht noch) mit. Das Zeug muss unbedingt in den Kühlschrank, da es von der Konsistenz ansonsten etwas zu flüssig ist. Yummy, yummy, yummy...
PS: Gibt es auch bei Amazon ;-)


Mittwoch, 8. August 2012

Sharpies and Mods (Rare Aufnahmen aus Australien)


Emanzipation

Ich haben soeben erfahren, dass noch bis 1977 der Ehemann den Arbeitsvertrag der Frau mit unterschreiben musste, wenn sie einer Arbeit nachgehen wollte. Das heißt, Frauen durften ohne die Erlaubnis ihres Mannes nicht arbeiten gehen. Krass. Heute sind die Dinge für mich alle selbstverständlich, aber die Emanzipation fiel nicht vom Himmel. Immer schön weiter aktiv bleiben. Stillstand ist Rückschritt. Oi!

Dienstag, 7. August 2012

Donald Goines - Der König der Ghetto-Schreiber

Literarische Feinheiten waren nicht seine Sache, wohl aber das Streben nach Authentizität - Donald Goines beschrieb das Leben der farbigen Underdogs in deren eigener Sprache

Am 21. Oktober 1974 sitzt der schwarze Schriftsteller Donald Goines in seinem Haus in Detroit am Schreibtisch und arbeitet. In der Küche hat seine Lebensgefährtin Shirley gerade begonnen, Popcorn zuzubereiten. Die beiden Kinder hocken vor dem Fernseher. Zwei weiße Männer klopfen an der Hintertür. Shirley läßt sie herein. Die Schrotflinten, die die Männer dabei haben, kann sie nicht sehen. Am nächsten Tag finden Nachbarn die Leichen des Schriftstellers und seiner Lebensgefährtin. Die Kinder haben die ganze Nacht bei ihnen verbracht.
Das besonders Makabere an dieser Tat ist jedoch, daß Donald Goines ähnliche Geschehnisse in seinen Büchern mehr als einmal beschrieben hat. In seinen 16 Romanen, die er in nur vier Jahren verfaßte, erzählt der "König der Ghetto-Schreiber" vom Krieg zwischen den Rassen und vom Überlebenskampf der erniedrigten und beleidigten Menschen in den Schwarzenvierteln der amerikanischen Großstädte.
Im Gegensatz zu Autoren wie James Baldwin und Alice Walker, die ebenfalls engagierte "Black Experience Novels" schrieben, stammte Goines weder aus gutsituierten Verhältnissen, noch verfügte er über eine Schulbildung, die es ihm ermöglichte, einen ausgefeilten literarischen Stil zu entwickeln. Goines erzählte einfache Geschichten, die immer von Rassenhaß, Drogensucht und Prostitution handeln. Die Sprache seiner Hauptfiguren ist die einzige Sprache, die er beherrscht, denn Goines stammte genau aus jenem Milieu, in dem seine Geschichten spielen.
Donald Goines wurde 1937 in Detroit als Sohn eines Reinigungsinhabers geboren. Den öden Mittelstandsidealen seines Vaters brachte er nur Verachtung entgegen. Schon im Alter von 14 Jahren meldete er sich mit gefälschten Papieren bei der Armee. Er wurde nach Korea geschickt und kehrte drei Jahre später als Heroinabhängiger in die Vereinigten Staaten zurück. Von nun an betätigte er sich als Dealer, Zuhälter, Dieb und Betrüger und verbrachte so rund ein Drittel seines Lebens hinter Gittern. Dort begann er zu schreiben und avancierte schließlich zum Bestseller-Autor. Noch heute soll Goines der Schriftsteller sein, der in amerikansichen Gefängnissen am meisten gelesen wird.




Schönfärberei, Mystifizierung und Gerechtigkeitsstreben sucht man in den Büchern von Donald Goines vergeblich. Sein wichtigster Roman, "BESTIE HEROIN" (Dopfiend"), schildert mit grausamer Nüchternheit den Abstieg eines schwarzen Paars in die Drogensucht. Doch die Geschichte des arbeitslosen Teddy, den die Sucht zum Dieb und Zuhälter macht, und der naiven Verkäuferin Terry, die aus Liebe und Dummheit asozial wird, ist nur eine von vielen Facetten des Romans. Goines beschreibt hier das Detroiter Drogenmilieu als eine Brutstätte übelster Machenschaften. Die zentrale Figur des Romans ist ein dicker Dealer namens Porky, der die Abhängigen so lange quält, bis sie bereit sind, für einen Schuß Heroin die von ihm verlangten perversen Sexualpraktiken durchzuführen.
Obwohl Donald Goines selbst betroffen war, bringt er seinen Figuren kaum Mitleid entgegen. Gnadenlos schildert er den moralischen Niedergang seiner Protagonisten. Oft tauchen in seinen Büchern einfältige Personen (meist Frauen) auf, die von ihren falschen Freunden mit kalter Berechnung süchtig gemacht werden.
Das ständige Morden der Schwarzen untereinander, die sinnlosen Massaker der Banden im Ghetto, kurz die Selbstzerfleischung der schwarzen Rasse - diese Themen finden sich auch bei Chester Himes, einem anderen Chronisten schwarzer Verbrechen, der ebenfalls im Gefängnis zu schreiben begann. Himes arbeitete, anders als Goines, mit stilistischer Raffinesse und verzerrte das Reale ins Groteske. Goines beschrieb die Ghetto-Kämpfe zwischen den rivalisierenden Banden wie iener, der mitgekämpft hat, aber erst viel später darüber nachzudenken begann. Der grüblerische Intellektuelle Himes dagegen versuchte in seinen Romanen zu ergründen, wie dieser selbstzerstörerische Haß zustande gekommen ist.
Eine Möglichkeit, für die Befreiung der Schwarzen zu kämpfen, schilderte Goines in seinen Kenyatta-Romanen: Kenyatta ist ein Ghetto-Fürst, der eine Schar gutausgebildeter Kämpfer um sich verammelt, um mit ihrer Hilfe eine Art Guerillakrieg gegen die weiße Rasse zu führen. Konsequent tritt der schwarze Anführer dafür ein, die Gemeinschaft der Afro-Amerikaner von der Gesellschaft der Weißen zu trennen. Seinen Untergebenen verbietet er jeden Kontakt zu anderen Rasse; jeder weiße Rassist, vor allem aus dem Polizeiapparat, muß damit rechnen, von Kenyattas Anhängern exekutiert zu werden.
Um die Verelendung der Schwarzen zu stoppen, ruft Kenyatta dazu auf, alle Drogendealer, gleich welcher Hautfarbe, zu töten. Dabei organisiert er seinen Befreiungskampf von einem geheimen Hauptquartier im Ghetto aus sowie von einer kommuneartig betriebenen Farm. Doch Kenyatta fehlt eine wirkliche Vision, denn in Wahrheit ist er kein politischer Führer, sondern ein gewöhnlicher Krimineller. Er beherrscht zwar das Morden, doch die Fähigkeit, Ordnung zu schaffen, besitzt er nicht. Folglich richten seine Auftragskiller vor allem unter den Schwarzen ein Blutbad nach dem anderen an.
In dieser Hinsicht gleicht das pessimistische Weltbild von Donald Goines dem von Chester Himes. Die schwarzen Amerikaner sind dabei, Hollywood zu erobern (Anmerkung: ...was ja auch geschehen ist). Die wahren Chronisten des Ghettolebens jedoch haben schon viel früher und konsequenter mit dem ästhetischen Diktat der Weißen gebrochen. Donald Goines ist das beste Beispiel dafür.

Geschrieben von RONALD GUTBERLET (Szene Hamburg 12/91).

Von Donald Goines sind 1991 bei Ullstein-Taschenbuch neben "Bestie Heroin" 4 Kenyatta-Romane erschienen. Alle Bücher sind aktuell bei Amazon gebraucht für wenig Geld zu bekommen. Goines ist neben Joe R. Lansdale immer noch mit Abstand mein Lieblingsautor. Wer sich von obigem Text angesprochen fühlt hat meine uneingeschränkte Empfehlung, sich mal die Taschenbücher zu besorgen.


Horrorfilme

Guckt Ihr euch eigentlich noch Horrorfilme an? Je länger ich darüber nachdenke, komme ich zu Schluss, dass mein letzter richtiger Horrorstreifen die US-Version von "The Ring" war. Der Film war so schrecklich nervenaufreibend, dass ich anschließend fix und fertig war. In jungen Jahren hab ich noch alles an Zombie- und Splatterfilmen geguckt. Von Zombies bis zu den einschlägigen Verarschungen, aber heute kann ich das nicht mehr ab. Wobei das Genre ja nun wirklich alles andere als nicht mehr angesagt ist. Seit Jahren erscheinen kontinuierlich immer neue Filme. Hostel zum Beispiel ist aktuell bei youtube auf deutsch in voller Länge eingestellt. Diese Tage hab ich mich mal wieder inspirieren lassen, was aktuell so geht. Ich scheiss mir schon bei den Trailern in die Hose. Einen ganzen Film halten meine Nerven nicht aus:

Zombies mal ganz anders:

Teen-Horror 2012:

Viel Spaß! :-)